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Einbruchhemmung

Bis 2011 galt die Vornorm ENV 1627:1999, die seitdem durch die Euro Norm EN 1627:2011 abgelöst wurde. Die Norm gilt für Türen, Fenster, Vorhangfassaden und Abschlüsse und definiert Widerstandsklassen, Widerstandszeiten (Zeit, die ein Produkt einem Einbruch standhält), Tätertypen und die Vorgehensweise. Die Widerstandsklassen werden seit September 2011 nicht mehr mit WK (Widerstandsklasse), sondern mit „RC“ für „resistance class“ bezeichnet. Neu eingeführt wurde die Widerstandsklasse RC1N und RC2N, die lediglich mit Standardfensterglas ausgeführt werden kann.

Bei den Prüfungen der Fenster und Türen wird vor allem sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung bzw. Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt.

 

Bei der Forderung nach Einbruchhemmung ist zu beachten:
Panzergläser werden nicht nach der Norm für Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 geprüft – Verglasungen werden entsprechend der DIN EN 356 nach der sog. Durchbruchhemmung geprüft.

Bei Durchbruchhemmung wird u.a. mit einer Axt getestet, ob es einem Täter (in einem von der Norm vorgegebenen Zeitraum) gelingt, eine Öffnung in der Größe von 40 x 40 cm herzustellen, durch die er in das Gebäude einsteigen kann.

Hier gibt es eine Diskrepanz beider Normen, wenn Einbruchhemmung und Durchbruchhemmung miteinander vermischt werden, wie es bei verglasten Türen und Fenstern der Fall ist,

Bei der Prüfung von einbruchhemmenden Türen und Fenstern in den hohen Stufen RC5 und RC6 (WK 5, WK6) kommt bei den Tests auch ein Winkelschleifer zum Einsatz, nicht jedoch bei der Prüfung der Gläser bei der Durchbruchhemmung.

Mit einem Winkelschleifer lässt sich beim Panzerglas in wenigen Minuten eine Öffnung heraus flexen, durch die ein Dieb einsteigen kann.

Wenn also verglaste Türen und Fenster entsprechend Einbruchhemmung RC5 und RC6 geliefert werden sollen, ist die Normalverglasung eine absolute Schwachstelle, die nicht der Forderung nach Einbruchhemmung in dieser Stufe entspricht.

Auch bei den niedrigeren Klassen gibt es in Bezug auf den Einbruchsschutz bei normalverglasten Elementen eine Schwachstelle:

Beim Einbruchtest wird immer davon ausgegangen, dass man eine Öffnung (40 x 40 cm) herstellt um in das Gebäude einzudringen. Bei Türen ist es aber sehr viel schneller möglich, eine kleine Öffnung in das Glas zu schlagen, um mit einem Werkzeug oder der Hand durchzugreifen und den Griff, Schlüssel, Drehknopf auf der Innenseite der Tür zu betätigen.

 

Deshalb müssen einbruchhemmende Drehflügelfenster und verglaste Türen mit abschliessbaren Griffen ausgestattet werden.

Türen müssen immer abgeschlossen sein und der Schlüssel darf nicht auf der Innenseite stecken.

Bei einbruchhemmenden Türen mit Fluchtweg- und Panikfunktion hilft auch eine abgeschlossene Türe nicht, da der Türdrücker immer auch das verriegelte Türschloss öffnen muss. Bei Türen mit Panikfunktion reicht deshalb die Normalverglasung entsprechend der geforderten Prüfklasse nicht aus, da durch ein Loch in der Verglasung der Türdrücker leicht betätigt werden kann. (siehe Foto) – Die Tür öffnet – die Widerstandsklasse wird dadurch nicht erreicht.

Flucht- und Paniktüren benötigen deshalb Spezialgläser (Polycarbonat-Glasverbund), um solche Angriffe zu verhindern.

Kontaktieren Sie uns, und lassen Sie uns zusammen das richtige Produkt für Ihre Bedürfnisse finden.   

Wichtig: Eine Polycarbonatscheibe die lose hinter eine Glasscheibe gestellt wird, erreicht / erfüllt die Anforderungen nicht. Die beiden Scheiben (Polycarbonat und Glas) müssen in einem speziellen Verfahren miteinander verbunden werden. Nur so erreicht man die Widerstandsklassen.  

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